Der Korb war zuerst da
Handtaschen sind eine junge Erfindung. Auf dem Land trug man, was man brauchte, im Korb — zum Markt, zur Kirche, zum Kirchtag. Deshalb wirkt eine geflochtene Tasche neben einem Dirndl nicht wie ein modisches Zitat, sondern wie der ältere Teil des Bildes.
Das ist auch der Grund, warum Korbtaschen zur Tracht funktionieren, wenn fast alles andere daneben fremd aussieht: Das Material war immer schon da.
Eine Korbtasche zitiert die Tracht nicht — sie stammt aus derselben Zeit.
Rattan, Bast, Stroh, Weide — die Unterschiede
„Korbtasche“ ist ein Sammelbegriff. Was tatsächlich verflochten wurde, entscheidet über Haltbarkeit, Gewicht und Form. Die vier gebräuchlichen Materialien verhalten sich deutlich verschieden:
| Material | Eigenschaft | Formstabil | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Rattan | Mark einer Kletterpalme, gedämpft biegsam, getrocknet hart | sehr hoch | mag keine Dauernässe |
| Bast / Raffia | weiche Faser, wird gestrickt oder geflochten | gering | verliert die Form, wenn beladen |
| Stroh | Getreidehalm, sehr leicht | gering | bricht an Knickstellen |
| Weide | Rute, klassische Korbmacherei | hoch | schwer, oft grob |
Für eine Tasche, die jeden Tag getragen wird und ihre Form behalten soll, ist Rattan das haltbarste dieser vier Materialien. Deshalb ist unsere gesamte Edition daraus.
Woran du eine gute Korbtasche erkennst
- Das Geflecht ist an den Kanten sauber abgeschlossen, nicht nur umgebogen — dort reißt es zuerst.
- Die Tasche behält ihre Form, wenn du sie leer auf den Tisch stellst.
- Sie hat ein Innenfutter. Ohne Futter bleibt alles Kleine im Geflecht hängen und Strumpfhosen ziehen Fäden.
- Beschläge sind verschraubt oder vernietet, nicht geklebt.
- Der Boden hat Füße oder eine verstärkte Fläche — sonst scheuert das Geflecht auf jedem Pflasterstein durch.
- Das Gewicht ist gering. Eine gute Rattantasche wiegt leer weniger, als sie aussieht.
Welche Form zu welchem Anlass
Kofferform mit Deckel wirkt am formellsten und schützt am besten — für Hochzeit, Abend, Kirchtag. Offene Schalenform ist alltäglicher und schneller zugänglich. Kleine Formate sind Schmuck: Sie tragen Karte, Schlüssel, Lippenstift, und sonst nichts.
Was eine Korbtasche nicht kann
Sie ist nicht wasserdicht. Geflecht ist offen, und das ist Absicht — deshalb ist es leicht und atmet. Bei angekündigtem Dauerregen gehört das Telefon in eine kleine Hülle, oder die Tasche bleibt zu Hause.
Und sie ist nicht dehnbar. Was hineinpasst, steht in den Maßen und im Volumen; darüber hinaus geht nichts. Bei uns steht das Volumen deshalb in Litern bei jedem Modell — das ist beim Vergleichen ehrlicher als Länge mal Höhe.
Häufige Fragen
Ist eine Korbtasche aus Rattan haltbar?
Ja, Rattan ist von den gängigen Flechtmaterialien das formstabilste. Es ist das Mark einer Kletterpalme: gedämpft lässt es sich biegen, getrocknet wird es hart und behält die Form über Jahre. Es verträgt nur keine Dauernässe.
Was ist der Unterschied zwischen Rattan und Bast?
Rattan ist ein festes Mark und bleibt in Form. Bast ist eine weiche Faser — eine Basttasche gibt nach, sobald etwas Schweres hineinkommt, und verliert mit der Zeit ihre Silhouette.
Kann ich eine Korbtasche auch ohne Dirndl tragen?
Ja, und das ist der eigentliche Grund, sie zu kaufen. Eine Korbtasche, die man nur an zwei Tagen im Jahr trägt, ist teuer. Zu Leinenhose, Sommerkleid oder Mantel funktioniert sie genauso.
Braucht eine Korbtasche ein Innenfutter?
Unbedingt. Ohne Futter bleiben Karten und Ketten im Geflecht hängen, und feine Strümpfe ziehen beim Anstreifen Fäden. Ein gefüttertes Modell ist die Mühe wert.
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Neun handgeflochtene Korbtaschen aus Rattan, veredelt in Kufstein. Je 99 Stück.




