Die Antwort in zwei Sätzen
Die Dirndlschleife wird aus Sicht der Trägerin gelesen: links gebunden heißt ledig, rechts gebunden heißt vergeben oder verheiratet. Vorne in der Mitte trugen sie früher junge Mädchen, hinten in der Mitte Witwen und Bedienungen.
Wer dir gegenübersteht, sieht alles spiegelverkehrt. Daher kommen fast alle Missverständnisse, nicht vom Binden selbst.
Links wie ledig. Rechts wie Ring.
| Position der Schleife | Bedeutung | So sieht es dein Gegenüber |
|---|---|---|
| Links (deine linke Hüfte) | ledig, frei | rechts |
| Rechts (deine rechte Hüfte) | vergeben, verlobt oder verheiratet | links |
| Vorne mittig | Jungfrau, heute meist bei Kindern | mittig |
| Hinten mittig | verwitwet oder Bedienung im Dienst | hinten |
Wo sitzt deine Schleife?
Tippe die Position an. Du bekommst die Bedeutung und die Merkhilfe dazu und kannst das Ergebnis der Freundin schicken, mit der du gerade diskutierst.
Von wo aus gesehen: von mir oder von vorne?
Immer von dir aus. Links ist die Seite deiner linken Hand. Im Spiegel erscheint diese Schleife rechts, und genau das sieht auch jeder, der dir gegenübersteht.
Zwei Eselsbrücken halten das fest. Der Ehering sitzt in Österreich und Deutschland meist rechts, und rechts sitzt auch die Schleife der Vergebenen. Und links klingt wie ledig, beides mit L.
Schau an dir hinunter, nicht in den Spiegel.
Verlobt, in einer Beziehung, getrennt: wohin dann?
- In einer Beziehung, aber nicht verheiratet: rechts. Die Regel unterscheidet nicht zwischen Freund, Verlobung und Ehe. Rechts heißt einfach: nicht zu haben.
- Verlobt: ebenfalls rechts.
- Getrennt oder geschieden: wieder links.
- „Es ist kompliziert“: Eine eigene Position dafür gibt es nicht. Wer sich nicht festlegen will, entscheidet sich trotzdem für eine Seite, die Mitte ist traditionell anders belegt.
- Verwitwet: traditionell hinten mittig. Diese Bedeutung kennen heute nur noch wenige.
- Kinder: vorne mittig oder dort, wo die Schleife nicht stört. Bei Kindern liest niemand etwas hinein.
- Bedienung im Bierzelt: hinten, weil die Schleife dort beim Tragen der Krüge nicht im Weg ist. Hinten heißt auf dem Volksfest deshalb fast immer: im Dienst.
Gilt das auch in Österreich?
Ja. In Österreich wird die Schleife genauso gelesen wie in Bayern: links ledig, rechts vergeben. Unterschiede gibt es weniger zwischen den Ländern als zwischen den Anlässen.
Auf dem Land, bei Trachtenvereinen und traditionellen Festen wird die Regel ernst genommen, dort ist die Schleife eine Information, die gelesen wird. Auf großen Volksfesten mit vielen Gästen von auswärts geht es lockerer zu, viele kennen die Regel gar nicht. Wissen sollte man sie trotzdem, schon damit man nicht ungewollt ein Signal sendet.
Die Regel ist kein Gesetz. Aber sie ist eine Sprache.
Die Dirndlschürze binden, Schritt für Schritt
- 1. Erst das Dirndl vollständig schließen, dann kommt die Schürze darüber.
- 2. Den Schürzenbund vorne mittig an die Taille legen, sodass die Schürze gerade nach unten fällt.
- 3. Beide Bänder nach hinten führen, dort überkreuzen und straff wieder nach vorne holen.
- 4. Auf der gewünschten Seite die Bänder einmal verknoten und darüber die Schleife binden.
- 5. Schlaufen und Enden etwa gleich lang ziehen und die Schleife flach zupfen, damit sie anliegt und nicht absteht.
Reichen die Bänder nicht ganz nach vorne, wird die Schleife oft hinten gebunden. Dann liest man sie allerdings als Witwe oder Bedienung. Besser sind Schürzenbänder in passender Länge.
Wenn die Schleife aufgeht, hängt oder zu lang ist
- Geht immer auf: unter der Schleife einen doppelten Knoten legen. Glatte Bänder aus Seide oder Satin rutschen eher als Baumwolle.
- Hängt schlaff: die Bänder sind beim Überkreuzen hinten verdreht oder nicht straff genug. Neu ansetzen statt nachziehen.
- Zu lang: die Schlaufen größer ziehen, dann werden die Enden kürzer.
- Zu kurz: Schlaufen kleiner halten. Sind die Bänder grundsätzlich zu kurz für den Weg nach vorne, hilft nur ein längeres Band.
Wie lang soll die Schürze sein?
Üblich ist eine Schürze, die ein paar Zentimeter kürzer ist als der Rock, damit der Rocksaum darunter sichtbar bleibt. Gleich lang oder länger wirkt schnell wie ein Versehen.
Schleife und Tasche: auf welche Seite?
Wer die Tasche über der Schulter trägt, legt den Riemen gern auf die Seite, an der nichts stört, und verdeckt damit prompt die Schleife.
Die Lösung: Die Tasche wandert auf die Gegenseite der Schleife. Sitzt die Schleife rechts, hängt die Tasche links. So bleibt die Aussage sichtbar, und der Riemen läuft nicht über die Schürzenbänder. Wie man eine Tasche unter der Schürze oder am Gürtel trägt, steht im Beitrag Wohin mit der Tasche am Dirndl.
Häufige Fragen
Dirndlschleife links oder rechts: was bedeutet was?
Aus Sicht der Trägerin bedeutet links ledig und rechts vergeben oder verheiratet. Wer von vorne draufschaut, sieht es spiegelverkehrt.
Von wo aus gesehen gilt links und rechts?
Immer von der Trägerin aus. Links ist die Seite ihrer linken Hand. Im Spiegel und für das Gegenüber erscheint diese Schleife rechts.
Wo trägt man die Schleife beim Dirndl in Österreich?
Genauso wie in Bayern: links, wenn man ledig ist, rechts, wenn man vergeben oder verheiratet ist. Vorne mittig tragen sie vor allem Kinder.
Was bedeutet die Schleife vorne in der Mitte?
Traditionell steht sie für ein junges, unverheiratetes Mädchen, oft wird sie auch als Jungfrau gedeutet. Heute tragen sie überwiegend Kinder.
Wo binde ich die Schleife, wenn ich vergeben, aber nicht verheiratet bin?
Rechts. Die Regel unterscheidet nicht zwischen Beziehung, Verlobung und Ehe. Rechts bedeutet: nicht zu haben.
Was bedeutet die Schleife hinten?
Traditionell Witwenschaft. In der Praxis ist es meist eine Bedienung im Dienst, weil die Schleife hinten beim Tragen nicht stört.
Wohin gehört die Schleife auf dem Oktoberfest?
Es gilt dieselbe Regel wie überall: links ledig, rechts vergeben. Auf dem Oktoberfest wird sie lockerer genommen als bei traditionellen Festen auf dem Land.
Was tun, wenn die Dirndlschleife immer aufgeht?
Unter der Schleife einen doppelten Knoten legen und die Bänder hinten straff überkreuzen. Glatte Seiden- oder Satinbänder rutschen eher als Baumwolle.
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